Die phänomenologische Haltung im LIP-Coaching

Die phänomenologische Haltung besteht als erstes in einem klaren und unverstellten Blick auf das, was man wahrnimmt, was sich als phänomenale Wirklichkeit zeigt. Frank Zappa formuliert es deutlich in folgendem Zitat: „Die härteste Droge ist ein klarer Kopf.“ Das, was etwa in einem Coachingprozess erscheint, wird nicht mehr auf seine Bedeutung hinterfragt. Man lässt es im Gegenteil so auf sich wirken, wie es erscheint. Dadurch entsteht eine besondere Präzision, Kraft und Wirkung. Wir erlauben den in Konflikten, Symptomen und Krisen auftretenden Phänomenen, uns zu verändern, zu entspannen und in ein anderes Handeln zu bringen. Dies betrifft nicht nur die Coachees, sondern gleichermaßen auch die Coaches, so dass die Prozesse immer auf Augenhöhe stattfinden.

Was bedeutet das für die Arbeit im LIC? Worin wird der Coachee unterstützt?

In diesem phänomenologisch orientierten Coaching lernt und erfährt der Coachee verschiedene Grundhaltungen gegenüber sich selbst und seiner Situation. Er lässt sich auf seine Situation und damit auch auf das Leben ganz ein. So setzt er sich der momentanen Lebens- und/oder Arbeitssituation vollständig aus. Er ist bereit, vom Leben zu lernen und in die Situation (oft Problem genannt) hineinzuhören. Er lernt, sich auf seine innere Wahrnehmung (körperlich, emotional, mental) einzulassen und ihr zu vertrauen. Er beginnt, sich dieser umfassenden Wahrnehmung zu öffnen. Er vertraut sich mehr und mehr sich den daraus entstehenden inneren Impulsen an. Das kann selbstbewusstes, mutiges Handeln bedeuten oder auch wache, präsente Anwesenheit ohne konkretes Eingreifen. Er spürt immer tiefer die innere Freiheit, die durch diese Sicht auf das Leben erfahren wird.

Im Prozess eines LIP–Coachings (LIC) geschieht Ordnung von innen nach aussen. Etty Hillersum drückt dies sehr treffend und schön aus: «Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas in der äusseren Welt in Ordnung bringen können, wenn wir es nicht zuvor in uns selbst geordnet haben».