Was ist der Lebens-Intergrations-Prozess?

LIP ist die Abkürzung für das phänomenologisch aufgebaute Beratungsverfahren des Lebens-Integrations-Prozesses, einer Weiterentwicklung der Arbeit mit Systemaufstellungen. Folgendes wird mit dem LIP unterstützt:

  1. Die Begegnung mit sich selbst: Man sieht, wozu man bestimmte Eigenarten oder Muster auf dem Weg in die eigene Gegenwart entwickelt hat.
  2. Die Entwicklung der eigenen Unabhängigkeit: Man spürt und begreift innerlich, dass man den Tatsachen nach nicht mehr von anderen Menschen bzw. von eigenen Idealen abhängig ist, dass man also frei ist.
  3. Die Klärung des eignen „Lebenssinnes“: Es kann sich zeigen, wozu man da ist, also welche eigene Berufung bzw. welches innere Potential jetzt gelebt werden will.

Der LIP öffnet dabei eine ganzheitliche Perspektive, die weit über das rein Rationale hinausgeht. Ausschließlich aus und in der Gegenwart schaut man auf seine Vergangenheit, ohne dort weiterhin nach Ursachen für aktuelle Probleme zu suchen. So kann deutlich werden, welche Funktion bestimmte Handlungs-, Fühl- und Denkmuster damals hatten, die man heute vielleicht als hinderlich empfindet. Man würdigt sie in ihrer Leistung für das eigene Überleben, anstatt sie als defizitäre Altlasten zu bekämpfen. Auf diese Weise kommt man sehr ungezwungen in einen tiefen, vitalen Kontakt mit der eigenen Kraft. Langfristige Wirkungen des LIP können sein:

  • mehr bei sich selbst sein,
  • Entscheidungen leichter treffen,
  • müheloser und dabei kraftvoller handeln können.
  • entspannter und gesünder leben

Theoretischer Hintergrund – das Bewusstseinsmodell nach Nelles

Eingeführt wurde das Verfahren vor wenigen Jahren von Dr. Wilfried Nelles (Nelles Institut, Marmagen/Eifel). Grundlage ist sein Modell von der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins entlang der biografischen Lebensstufen. Bewusstsein bezeichnet hier die Art und Weise, wie man sich selbst, die anderen und die Welt im gegenwärtigen Moment wahrnimmt. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten oder Bewusstseinsstufen:

Im Selbst-Bewusstsein des Erwachsenen ist man ganz natürlicherweise mit dem einverstanden, was gerade ist: wie man selbst ist, wie die anderen sind und wie die Welt ist. Man ist mit dem gegenwärtigen Jetzt verbunden und daher innerlich erwachsen.

Im Ich-Bewusstsein (modernes Bewusstsein) liegt man im Widerstreit mit dem, was gerade ist, ob bei sich selbst, bei den anderen oder in der Welt. Da agiert innerlich ein Jugendlicher, der vielleicht für oder gegen eine Idee kämpfen muss.

Im Gruppenbewusstsein ist man emotional von anderen Menschen abhängig und daher zu jeder Kooperation innerhalb der Gruppe bereit. Da lebt innerlich ein Kind, welches alles für seine Umgebung tun muss, um eigene Ohnmachtserfahrungen zu kompensieren und sich sicher zu fühlen.

Im symbiotischen Einheitsbewusstsein befindet man sich vom inneren Erleben her noch im Mutterleib. Da gibt es kein Ich und kein Du, kein Innen und kein Außen. Da ist es unmöglich, zwischen sich selbst, den anderen und der Welt zu unterscheiden.

LIP macht sichtbar, von welchem dieser inneren Orte her man sich selbst und seine Umgebung in bestimmten Situationen wahrnimmt und von wo aus man dann handelt. LIP zeigt dies nicht nur, LIP lässt es fühlen und innerlich mit dem ganzen Körper spüren.

Gewinn für Führungskräfte und Unternehmen

Für Führungskräfte kann sich eine auf diese Weise geschärfte und gleichzeitig entspannte Selbstwahrnehmung stärkend und entlastend auswirken, etwa in der Balance zwischen dem strategischen Herausforderungen des Unternehmens, dem Tagesgeschäft und der eigenen Berufung. Außerdem öffnet der LIP den Blick für die aktuelle innere Verfassung eines Gegenübers, etwa im Kontakt mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern oder Kunden. Man beginnt genauer zu spüren, von wo aus der Mensch gegenüber sich selbst und die Umgebung wahrnimmt: ob aus der Sicht eines gegenwärtigen Erwachsenen, eines kämpfenden Jugendlichen, eines ohnmächtigen Kindes oder eines noch ungeborenen Wesens.

Im Blick auf hintergründige Dynamiken und unbewusste Strukturen im eigenen Unternehmen öffnen sich damit ganz neue Perspektiven.