Wie Coaching begann

In den 90er Jahren fand Coaching Eingang in die Welt der Organisationen, anfangs ‚nur‘ als achtsame Begleitung von Menschen im Arbeitskontext. Genutzt wurde es eher ‚heimlich‘ von (Top-) Führungskräften. Heute gehört es zum Standardrepertoire vieler Unternehmen auf nahezu allen Ebenen. Der Fokus vieler Coaches beschränkte sich in dieser Anfangszeit ganz auf die Berufswelt. Heute ist deutlicher geworden, dass erfolgreiches Coaching ein Stück über das rein Berufliche hinausführen muss, um den „ganzen Menschen“ adressieren zu können. So finden auch Tools, die ursprünglich aus dem therapeutischen Kontext kommen, im Coaching einen selbstverständlichen Platz.

Die Bewusstseinsstufen und des Coachings blinder Fleck

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Denker und Denkerinnen mit der Entwicklung des Bewusstseins. Uns von LIP-Coaching fällt dabei auf: je nachdem, welche Bewusstseinsstufe in ihm gerade aktiv ist, hat ein Mensch völlig unterschiedliche Wahrnehmungen und Ansichten derselben Wirklichkeit. Ein Beispiel: Wenn heute von „Ich“ gesprochen wird, ist fast immer die mental–rationale Perspektive gemeint, wie sie für das Ich-Bewusstsein typisch ist. Auf dieser Stufe fehlt oft der emotionale Zugang, so dass man in Konfliktsituationen schnell unbewusst in eine kindlich-emotionale Perspektive fallen kann, z.B.: „Ich werde nicht verstanden“.
Überall da, wo nicht beachtet wird, wie die gerade aktive Bewusstseinsstufe den Zugang zur Wirklichkeit bestimmt, entsteht ein blinder Fleck in der Beratungsituation. Otto Scharmer (MIT) beschreibt dieses Phänomen so: „Der Erfolg einer Intervention hängt ab von der inneren Verfassung des Intervenierenden“. Der Bewusstseinsraum, aus dem wir als Menschen wahrnehmen, sprechen und handeln, ist für unsere Wirkung entscheidend. Der zentrale Fokus im LIP–Coaching ist daher das Bewusstsein und die Bewusstseinsweite, aus der heraus jemand Mitarbeiter führt, interveniert und entscheidet.

Unterscheidung von Haltung und Verhalten

Verhalten entsteht aus innerer Haltung. Die innere Haltung zu ein- und demselben Thema unterscheidet sich von Bewusstseinsstufe zu Bewusstseinsstufe. In diesem Sinne kann vieles zwar erlernt werden, etwa Fähigkeiten und Kompetenzen. Die Entfaltung und Wirkung dieser Fähigkeiten und Kompetenzen findet jedoch ihre Grenzen in der Haltung, aus der heraus sie angewendet werden, d.h. in der gerade aktiven Bewusstseinsstufe. Sichtbar werden diese Grenzen in den individuellen Persönlichkeitsfaktoren, Mustern und Prägungen, die eine Haltung ausmachen. Wenn man sie erweitern will, braucht man erweiterte Zugänge und einen erweiterten Blick auf die Lernenden und das Lernen. Es geht um das eigene Erkennen und Unterscheiden der jeweils bestimmenden Bewusstseinsstufe, von der aus man selbst und das aktuelle Gegenüber gerade agiert.

„In vielen Fällen wird nicht ausreichend zwischen angewandten Führungskompetenzen und zugrunde liegenden Führungspotenzialen unterschieden. Das, was Führungskräfte im Alltag erfolgreich anwenden müssen, also die Führungskompetenzen, kann und muss gelernt werden. Das, was die Entwicklungsmöglichkeiten von Führungskräften bestimmt, also die Führungspotenziale, wird durch Persönlichkeitsfaktoren geprägt. Diese Potenziale können mit klassischen Mitteln der Führungskräfte-Entwicklung nur (noch) bedingt verändert werden. Eine Kompetenz wie etwa inspirierende Führung kann man durchaus lernen. Den Glauben an sich selbst, die Tatkraft und Resilienz aber nicht. Ohne diese Differenzierung wird häufig mit enormem Aufwand und untauglichen Instrumenten an den völlig falschen Stellen entwickelt. Das führt zu frustrierenden Erlebnissen und Ergebnissen für alle Beteiligten.“ http://derstandard.at/2000044776388/Fuehrung-verbessern-Warum-das-so-schlecht-klappt?xing_share=news
Lebens-Integrations-Coaching („LIC”) trägt dieser Entwicklung Rechnung. Mit unserem Ansatz bringen wir die relevanten persönlichen wie gesellschaftlichen Zusammenhänge und unsere Haltung dazu ans Licht und in Bewegung.