Jürgen Beyer – Was mich ausmacht

Ein politisches Elternhaus, das mir viel Vertrauen und Freiheit schenkte, Freunde der Eltern, die mich anspornten und förderten, ein älterer Bruder, der mich heraus-und überforderte und eine Oma, die mich fürsorglich umgab – das waren die ersten prägenden Jahre meines Lebens.

Aus diesem feinen Gespinst von Beziehungen wuchs ich heraus mit dem Anspruch, der Welt zu zeigen, was in mir steckt, anders zu sein als der Rest.

13 Jahre als Offizier in der Deutschen Luftwaffe (inkl. des Studiums von Psychologie u. Pädagogik) gaben mir Gelegenheit, mich als Vorbild zu üben, zu zeigen, führen und auf diese Weise zu dienen – was mich deutlich formte. Ich hatte Einfluss, konnte entscheiden und bewegen, beitragen und Grenzen erfahren wie überschreiten. Höher, schneller, weiter wurde zunächst meine Devise.

Eine selbst gewählte Auszeit von 6 Monaten nach Ende meiner Dienstzeit war eine wunderbare Möglichkeit, sich auf Argentinien, meine nächste Station vorzubereiten, aus dem festen Rahmen der nicht nur kulturellen Gewohnheiten auszusteigen; das eigene Leben wiederum neu zu erfinden.

Die Summe meiner Selbstverständlichkeiten wurde dann in Argentinien auch ordentlich in Frage gestellt und als neues, kleineres und weniger fest geschnürtes Paket, neu sortiert. Interkulturelle Kompetenzen durften sich erproben, weitere Demut galt es zu lernen.

All das konnte ich mir in den nächsten Jahren als Personalmanager in internationalen Unternehmen zu Nutze machen, bevor ich in einer grossen Unternehmensberatung als Partner Change Management Projekte planen und leiten durfte. Wie in all den Jahren davor, habe ich beständig dazu gelernt – und das mit Freude.

Inzwischen bin ich achtzehn Jahre selbständig. Meine Kennzeichen:

Ein klarer, meist unverstellter Blick, auf mich, die Menschen und Organisationen, die mir anvertraut werden. Ein Blick auf das Ganze und die Einzelteile, die Fähigkeit durch Vorbild zu führen ebenso wie sich „führen“ zu lassen, Respekt vor der uns vielleicht anvertrauten Schöpfung. Sich ganz einlassen können auf das was im Moment ist und sich zeigt.

Mass und Mitte, die ich lange nicht kannte, sind gefunden. Die eigene Präsenz schafft Raum für mich und Andere zu sein, „Haben“ tritt zurück. Der Wunsch nach Einfluss ist balanciert von einer Grundgelassenheit, die dem Kern des Worts entspricht. Sagen was ich wahrnehme, ohne dies als Wahrheit zu proklamieren, ist mein manchmal provokanter Beitrag.

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